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Aufsichtsratsquote in zwei Ländern

Rom/Kuala Lumpur. Italienische Frauen sollen in Unternehmen verstärkt Schlüsselrollen übernehmen. Am Dienstag abend verabschiedete die italienische Abgeordnetenkammer ein Gesetz, das ab 2012 börsennotierte Gesellschaften und Unternehmen mit staatlicher Beteiligung zwingt, Frauen 20 Prozent der Sitze im Aufsichtsrat zu überlassen, wie das Onlineportal diestandard.at berichtete. 2015 soll die Quote auf 30 Prozent steigen. Unternehmen, die sich nicht an die Vorschriften halten, drohen Strafen bis zu einer Million Euro und sogar die Auflösung des Aufsichtsrats.

Frauenministerin Mara Carfagna, Verfasserin des Gesetzentwurfs, sprach von einer epochalen Wende für das Land. Wichtig sei es jetzt, auch Maßnahmen für die Beschäftigung aller Frauen zu ergreifen, forderte sie. Nur 45 Prozent der Italienerinnen hätten eine bezahlte Arbeit, obwohl sie im Durchschnitt über höhere Bildungsabschlüsse verfügen als die Männer.
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Wie die Nachrichtenagentur dapd am Dienstag meldete, hat auch die malaysische Regierung eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent für das höhere Management von Firmen verfügt. Sie muß bis 2016 erreicht werden. Premierminister Najib Razak sagte, derzeit liege der Frauenanteil im Topmanagement der Unternehmen bei acht, in Finanzinstitutionen bei sechs Prozent. Mit einem ähnlichen Gesetz für den öffentlichen Dienst sei der Frauenanteil dort seit 2004 von 19 auf 32 Prozent gesteigert worden. (dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 01.07.2011, Seite 15, Feminismus

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