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Minister Guttenberg will nicht zurücktreten


Berlin. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat am Freitag Fehler bei der Erstellung seiner Doktorarbeit eingeräumt und sich dafür entschuldigt. Gleichzeitig betonte er in einer Erklärung vor ausgewählten Journalisten, er werde nicht zurücktreten. Den Vorwurf, große Passagen der Promotion seien ohne Quellenangabe von anderen Autoren abgeschrieben worden, wies er zurück. Seinen akademischen Titel will er bis zur Klärung der Vorwürfe »vorübergehend« nicht führen. Geprüft werden diese von der Universität Bayreuth. Bei der dortigen Staatsanwaltschaft gingen zudem zwei Strafanzeigen gegen Guttenberg ein. Aus der SPD kamen Rücktrittsforderungen.

Bei der Hauptstadtpresse sorgte die Informationspolitik des Ministers für einen Eklat. Die Korrespondenten verließen protestierend die zeitgleich zu Guttenbergs Statement stattfindende reguläre Regierungspressekonferenz. Der Verteidigungsminister entschuldigte sich abermals. (dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 19.02.2011, Seite 1, Inland

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