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Erblindeter verlangt Entschuldigung

Hamburg. Der bei Protesten gegen das Bahnprojekt »Stuttgart 21« durch einen Wasserwerfer fast erblindete Demonstrant Dietrich Wagner hat Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) aufgefordert, sich bei den Bürgern zu entschuldigen. Er sei erzürnt über die Staatsgewalt, sagte Wagner in einem am Dienstag vorab veröffentlichten Interview mit dem Hamburger Magazin Stern. Der 66jährige wies zudem den Vorwurf zurück, Mitverantwortung für seine Verletzung zu tragen. Er habe damit gerechnet, durch den Strahl des Wasserwerfers naß zu werden oder »ein paar blaue Flecken« zu kassieren, »aber nicht, daß ich blind geschossen werde«.


Das Bild des aus den Augen blutenden Rentners war um die Welt gegangen. Er hatte an der Demonstration gegen »Stuttgart 21« Ende September teilgenommen, gegen den die Polizei mit Gewalt vorging. Es waren mehr als 100 Verletzte registriert worden. Wagner ist dem Bericht zufolge auf einem Auge blind, auf dem anderen hat er noch eine Sehfähigkeit von acht Prozent.
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(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 29.12.2010, Seite 4, Inland

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