Kai sagt ...
In der Dezemberausgabe der Zeitschrift journalist geht es
ausführlicher um den Prozeß, den Ottfried Fischer vor
kurzem gegen Bild gewonnen hat. Der Schauspieler war von einem
Bild-Journalisten zum Ausplaudern trauriger Intimitäten
genötigt worden und hatte diesen verklagt. Als der
Prozeß begann, war der Angeklagte nicht mehr bei Bild
tätig. Er schien ein Geständnis über einen
Bild-Giftschrank ablegen zu wollen, nahm dann aber lieber eine
Vorstrafe hin– nach Einschätzung des Fischer-Anwalts
Steffen Ufer »nur, um seinen alten Verlag zu
schützen«. Gerichtsreporter bestätigten dem
Magazin, daß eine Springer-Justitiarin im Gerichtssaal
mehrmals mit dem Angeklagten sprach und ihm später einen
Zettel reichte. Darauf stand: »Kai sagt ...«. Daß
es sich um Bild-Chefredakteur Kai Diekmann (Foto) handelte,
bestreitet Springer natürlich. Der Münchner Amtsrichter
Hilmar Buch berücksichtigte in seiner Urteilsbegründung
zugunsten des Angeklagten, daß er »unter einem
erheblichen Druck des Axel-Springer-Verlags stand, weil im Rahmen
der Hauptverhandlung offenbar in ganz erheblicher Weise auf ihn
durch ›Ratschläge‹ eingewirkt wurde.«
(ost/jW)
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