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23.06.2010
- → Feuilleton
Schraube locker, Glücksspirale
Als am 17. Juni im Brecht-Haus die fünfbändige
»Berlinische Dramaturgie« von Peter Hacks
(herausgegeben von Thomas Keck und Jens Mehrle) vorgestellt wurde,
erlaubte sich der zum Vortrag einiger Hacks-Passagen gebetene
Wiglaf Droste, aus der FAZ vom 12. Juni zu zitieren: »Die
Entwicklung seines [Hacks’] Denkens erweist sich als
weitgehend von den äußeren Umständen
unabhängige, nach inneren Notwendigkeiten ablaufende, bei
Goethe beginnende, aufwärtsführende Schraubenbewegung zu
Goethe hin …« Für den FAZ-Autor André
Thiele, der eine Schraubenbewegung von Goethe zu Goethe hin ersann,
hatte Droste die Bezeichnung »Analphabet« übrig.
In der Berliner Zeitung las sich das anderntags so: »Der
für die gute Sache in den Dienst genommene Berufspolemiker
Wiglaf Droste beschimpft einen abwesenden FAZ-Autoren gleich als
Analphabeten. Erstens weil der das Bild von einer Spirale verwendet
hat, die von Goethe zu Goethe führe, was ja nicht sein kann,
weil eine Spirale nie zu ihrem Ursprung zurückführen
könne, nicht wahr?!« Das schrieb Ulrich Seidler, der die
lockere Schraube des FAZ-Autors zu »einer Spirale«
fälschen mußte, um ihm mit einem auftrumpfenden
»nicht wahr?!« beispringen zu können. So hilft ein
Analphabet dem anderen, und in Frankfurt wie in Berlin wird
weiterhin mit der Glücksspirale redigiert, was
Amateurpolemiker von sich zu geben versuchen.
(jW)
(jW)
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