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19.06.2010
- → Aktion
Sommerakademie
Lektion 1: Pressefreiheit
Drei Monate jW für 48,– Euro
Pressefreiheit, die (w.). Ist in den meisten kapitalistischen
Staaten in relativ friedlichen Zeiten Verfassungsgrundsatz und de
facto Teil der Gewerbefreiheit, d. h. an große Vermögen
gebunden. Karl Marx (1818-1883) schrieb 1842: »Die erste
Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein.«
(Marx/Engels: Werke Band 1, Seite 71) Der Gründungsherausgeber
der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Paul Sethe (1901–1967)
meinte 1965: »Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen
Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.« Derzeit dürfte sich
die Zahl der maßgeblichen Zeitungs- und Zeitschriftenverleger
in der Bundesrepublik auf etwa ein Dutzend reduziert haben,
darunter Bauer, Holtzbrinck, Neven Du Mont und Springer. Der
Springerverlag verpflichtet seine Journalisten vertraglich auf
bestimmte politische Positionen. In öffentlich-rechtlichen
Rundfunkanstalten ist die P. durch Parteien, Ministerien, Kirchen
und andere Verbände sowie durch die Konkurrenz um
Werbeeinahmen mit Privatsendern eingeschränkt. Deren Zulassung
vor 25 Jahren führte zur Errichtung einer
Manipulationsmaschinerie, in der Information, Bildung und
humanistische Inhalte systematisch verdrängt werden.
Medienkonzerne beherrschen auch den Journalismus im Internet. Bei
den Feldzügen mit deutscher Beteiligung unterwerfen sich die
großen deutschen Medien unisono der Kriegspropaganda, z. B.
seit dem NATO-Angriff auf Jugoslawien 1999, der
Truppenstationierung im Kosovo und dem Beginn des
Afghanistan-Krieges 2001. Oppositionelle Medien werden unter Bruch
der Verfassung immer wieder durch Geheimdienstaktivitäten und
Justizeingriffe behindert. (asc)
Liebe Leserinnen und Leser,
auch diesen Sommer bieten wir das Sommerakademie-Abo an. Mit der Bestellung schreibt man sich sozusagen in unsere Sommervolkshochschule ein und bekommt an dieser Stelle Lektionen geboten (und mit jeder Ausgabe der jungen Welt noch manch andere). Egal, ob es sich um die soziale Frage, um Krieg und Frieden, Lateinamerika oder um Analyse im Lande handelt: Eine gute Möglichkeit, sich weiterzubilden – und diese unverwechselbare Zeitung genauer kennenzulernen.
Das Sommerakademie-Abo garantiert die Belieferung für drei Monate zum Sonderpreis. Danach weiß jeder Besteller definitiv, warum er diese Zeitung länger braucht. Wir geben offen zu: Der anschließende Wechsel in ein richtiges Abo ist von uns angestrebt. Sie können diese Möglichkeit offensiv nutzen, um Freunden und Bekannten, Genossinnen und Kollegen einen Einstieg in die junge Welt zu empfehlen. Man kann das Abo auch verschenken, denn es läuft automatisch aus.
Höhepunkt der begleitenden Maßnahmen ist unser Ostseetörn: Ein Schiff voller jW-Mitarbeiter und Leser fährt die Ostseeküste ab und hält in größeren Häfen, wo wir Veranstaltungen anbieten. Unsere Leserinnen und Leser aus dem Raum (und natürlich alle, die dort Urlaub machen) sind eingeladen, uns auf dem Schiff auf ein Bier oder Wein zu besuchen (www.jungewelt.de/ostsee).
Wer die junge Welt in den nächsten Wochen gleich richtig bestellt, erhält eine besonders interessante Prämie: Am 4. September 2009 wurden Tanklastzüge bei Kundus auf Befehl eines deutschen Offiziers bombardiert. Wen ließ Deutschland da umbringen, wie viele waren es wirklich? Zwei Journalisten recherchierten Hintergründe und Folgen, ihr Buch kann nur beim Zweitausendeins Versand gekauft werden – oder Sie lassen es sich für ein jW-Abo von uns schenken.
Nicht geschenkt, aber gegen Kostenbeteiligung geben wir unsere Fußballplakate und Aufkleber ab. Unser Aktionsbüro wurde mit Bestellungen aus dem ganzen Bundesgebiet und benachbarten Ausland geradezu überschwemmt. Die erste Auflage war rasch weg, so daß wir eine zweite drucken ließen. Nur deshalb können unsere Fußball-Aktionspakete noch bestellt werden.
Und weil das alles nicht genug ist, präsentieren wir diesen Sonntag unsere Bibliothek des Widerstandes im Berliner Hackesche-Höfe-Kino in Anwesenheit von Angela Davis. Wer sicher gehen will, einen der 300 Plätze zu bekommen, sollte die Reserviermöglichkeit nutzen (www.hoefekino.de). Herzlichen Dank an das Neue Deutschland und die Linkspartei für die Unterstützung. Besuchen Sie auch das Fest der Linken an diesem Wochenende in der Berliner Kulturbrauerei, dort können Sie Angela Davis erleben und andere interessante Angebote nicht nur am Stand der jungen Welt nutzen.
Aktionsbüro
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
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