Zum Inhalt der Seite

FIFA-Wahn: Knast wegen »Werbung«

Johannesburg. Verhaftungen und Klage – die südafrikanische Polizei und der Fußball-Weltverband FIFA haben offenbar die Bodenhaftung verloren. Grund ist angebliche Schleichwerbung am Rande der WM-Endrunde. Zwei weibliche niederländische Fans, denen die Planung einer versteckten Werbekampagne vorgeworfen wird, wurden am Mittwoch festgenommen. Die jungen Frauen waren Teil einer 36köpfigen Gruppe, die die Begegnung zwischen den Niederlanden und Dänemark am Montag in von einer niederländischen Brauerei (Bavaria) gesponserten Kleidern besucht hatte. Ihr Auftritt im knappen Dreß – die TV-Kameraleute hatten es nicht übersehen – soll ihnen nun teuer zu stehen kommen.

»Diese Frauen, die Teil einer größeren Gruppe waren, stehen unter dem Verdacht, an der Organisation unrechtmäßiger Werbeaktivitäten beteiligt gewesen zu sein«, heißt es in einem Statement der südafrikanischen Polizei. »Die beiden wurden am Mittwoch morgen in ihrem Hotel verhaftet. Wir versuchen derzeit herauszufinden, was ihnen vorgeworfen wird«, teilte ein Sprecher des niederländischen Außenministeriums mit. Als Premium-Partner der FIFA ist ausschließlich der US-Biermarke »Budweiser« Werbung an offiziellen Schauplätzen des WM-Turniers vorbehalten.
Anzeige


(sid/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 17.06.2010, Seite 9, Kapital & Arbeit

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!