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Kritik am Siegel für Biokraftstoffe

Brüssel. Die EU-Kommission hat am Donnerstag ein Gütesiegel für Biokraftstoffe eingeführt. Es soll garantieren, daß die alternativen Kraftstoffe auch wirklich zum Klimaschutz beitragen. »Wir haben jetzt weltweit die strengsten Kriterien«, brüstete sich Energiekommissar Günther Oettinger bei der Vorstellung des Logos in Brüssel. Umweltschützer wollen das nicht glauben. Sie werfen der Kommission vor, nicht zu verhindern, daß Weideland künftig zur Produktion von Benzin und Diesel verwendet wird.

Solange die Kommission das Problem der indirekten Landnutzung nicht angehe, seien alle Nachhaltigkeitslogos irreführend und kontraproduktiv, sagte Nusa Urbancic von der Organisation Transport & Environment. Bei der indirekten Landnutzung werden Tropenwälder zunächst gerodet, um Weideland für Rinder zu schaffen. Nach einer Übergangszeit werden die Flächen dann aber doch zum Sojaanbau für die Kraftstoffproduktion genutzt. (apn/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 11.06.2010, Seite 9, Kapital & Arbeit

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