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Mehr Schnüffelei der Geheimdienste

Frankfurt/Main. Die deutschen Geheimdienste holen sich nach Informationen der Bild-Zeitung bei Telekommunikations- und Finanzunternehmen immer mehr Auskünfte über angebliche Terrorverdächtige. Wie das Blatt unter Berufung auf den Jahresbericht des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages berichtete, stieg im Jahr 2008 die Zahl der Auskunftsersuchen und Einsätze von Mobilfunk-Ortungsgeräten (IMSI-Catcher) auf 78 – ein Anstieg um 50 Prozent. Von den Maßnahmen seien 200 Personen betroffen gewesen. Am häufigsten waren laut Bild Auskunftsverlangen bei Telekommunikationsanbietern, IMSI-Catcher-Einsätzen sowie Anfragen bei Banken und Versicherungsgesellschaften. Die meisten Auskunftsverlangen seien vom Bundesamt für Verfassungsschutz (73) gekommen, drei vom Militärischen Abschirmdienst und zwei vom Bundesnachrichtendienst.

(apn/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 08.02.2010, Seite 5, Inland

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