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Stasijagd geht weiter

Forst/Potsdam. Kurz vor den ersten Direktwahlen von Landräten in Brandenburg geht die Stasi-Debatte weiter. Der im Landkreis Spree-Neiße kandidierende Diethelm Pagel (Die Linke) soll inoffiziell für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR (MfS) gearbeitet haben. Das ergab nach Angaben der Kreisverwaltung vom Mittwoch eine Überprüfung durch die Birthler-Behörde. Demnach gebe es Hinweise darauf, daß Pagel während seiner Armeezeit im November 1975 eine Berufung zum »Gesellschaftlichen Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes« (GMS) unterschrieben und Berichte abgegeben haben soll. Pagel wies das zurück. »Ich habe keine Verpflichtung unterschrieben und wurde auch nicht als inoffizieller Mitarbeiter mit Decknamen geführt«, sagte der Vorsitzende der Linkspartei von Cottbus/Spree-Neiße. Seine MfS-Kontakte seien nur dienstlich gewesen. »Dazu war ich in meiner Tätigkeit im Chemiefaserwerk Guben verpflichtet«, sagte er. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 07.01.2010, Seite 4, Inland

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