Zum Inhalt der Seite

Kein Lichtblick für afghanische Frauen

New York. Auch acht Jahre nach dem vorgeblichen Sturz der radikalislamischen Taliban sind Frauen und Mädchen in Afghanistan laut einem Bericht von Human Rights Watch (HRW) täglich Opfer von Gewalt und Diskriminierung. »Die Lage der afghanischen Frauen und Mädchen ist schrecklich und kann sich noch verschlechtern«, erklärte Rachel Reid, Afghanistan-Expertin der Menschenrechtsorganisation, am Sonntag in New York. In dem Bericht heißt es unter anderem, Frauen würden immer wieder Opfer von häuslicher Gewalt und Angriffen auf offener Straße. Die Regierung in Kabul habe die Mörder prominenter Frauen wiederholt nicht vor Gericht gestellt.

Eine landesweite Umfrage unter afghanischen Frauen ergab, daß 52 Prozent der Befragten schon einmal Opfer von körperlicher und 17 Prozent von sexueller Gewalt geworden sind. Die wenigsten melden die Gewalttaten den Behörden wegen sozialer und juristischer Hindernisse. Laut HRW sind bei mehr als der Hälfte der Eheschließungen die Frauen jünger als 16 Jahre. 70 bis 80 Prozent der Heiraten finden ohne die Zustimmung der Frau oder des Mädchens statt. Die Mehrheit der Mädchen geht nach HRW-Angaben weiterhin nicht einmal in die Grundschule. Nur elf Prozent besuchen die Klassen sieben bis neun und lediglich vier Prozent die Klassen zehn bis zwölf.(AFP/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 11.12.2009, Seite 15, Feminismus

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!