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Industrie mogelt mit Verpackungen

Berlin. Unternehmen verstoßen nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in großem Stil gegen die Verpackungsverordnung. Durch den »kreativen« Umgang mit den Regelungen drückten sich Hersteller um Entsorgungskosten in Höhe von jährlich mindestens 700 Millionen Euro, so die DUH am Mittwoch in einer Presseerklärung. Nach Berechnungen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) fielen in deutschen Haushalten jährlich knapp sechs Millionen Tonnen Verpackungsmüll an. Davon hätten die Unternehmen jedoch im Jahr 2009 nur rund vier Millionen Tonnen zur Entsorgung angemeldet. »Wenn ein Drittel des Verpackungsmülls auf dem Papier gar nicht existiert, liegt der Verdacht des Betrugs nahe«, so die DUH. Offenbar gebe es immense Kosteneinsparungen durch »Umdeklarieren und Wegdefinieren« von Verpackungsmaterial. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 26.11.2009, Seite 5, Inland

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