Zum Inhalt der Seite

Fischer reüssiert als Lobbyist in Brüssel

Brüssel. Exbundesaußenminister Joseph Fischer bessert seine üppigen Staatspensionen mit Lobbyarbeit für die Erdgasleitung Nabucco auf. Der früher für die Partei Bündnis90/Die Grünen tätige Politiker hat in Brüssel mehr politische Rückendeckung für die geplante Erdgaspipeline gefordert. »Wir brauchen verstärkte Unterstützung«, sagte Fischer, der als Berater des (Atom-)Stromkonzerns RWE arbeitet, am Dienstag vor Journalisten. Die Hauptprobleme für die Pipeline, die unter Umgehung Rußlands ab 2014 Gas nach Europa befördern soll, seien »politische Fragen«.

Fischer wies auf ungelöste Konflikte hin, an denen potentielle Liefer- und Transitländer aus der Region um das Kaspische Meer und dem Nahen Osten beteiligt sind. In diesen Ländern seien Energiekonzerne zudem oft in staatlicher Hand. Das Nabucco-Konsortium will auch Gelder öffentlicher Banken in Anspruch nehmen. Bedenken, Nabucco könnte nicht genügend Gas erhalten, trat Fischer entgegen. (AFP/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 09.09.2009, Seite 9, Kapital & Arbeit

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!