Zum Inhalt der Seite

Opposition kritisiert »Hartz-IV«-Praxis

Berlin. Die Opposition hat die zunehmende Überprüfung von »Hartz IV«-Beziehern und Rentnern scharf kritisiert. Die immer häufiger angewendete Bankkontenabfrage sei ein »weiterer Schritt zum Schnüffelstaat«, sagte die FDP-Politikerin Gisela Piltz der Berliner Zeitung (Freitagausgabe). Der Grünen-Sozialpolitiker Markus Kurth bezeichnete eine Durchleuchtung der Betroffenen als fragwürdig. Die Regierung hatte jüngst mitgeteilt, daß Sozialämter im ersten Halbjahr 2009 die Kontendaten von 2700 »Hartz IV«-Beziehern erfragten. Im gesamten Vorjahr wurden rund 1700 Ersuchen gestellt, 2007 waren es 124. Der Vizevorsitzende der Linkspartei Klaus Ernst nannte die Kritik »scheinheilig« und erinnerte daran, daß FDP und Grüne 2003 dem Hartz-IV-Gesetz zugestimmt haben.

(ddp/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 08.08.2009, Seite 5, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!