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Flowers will Aktien bei HRE behalten

New York/Berlin. Im Fall der Quasi-Pleite-Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) lehnt der US-Investor J.C. Flowers weiter das Übernahmeangebot der deutschen Bundesregierung für seine Anteile an dem Institut ab. Der Großaktionär ließ am Donnerstag aus New York mitteilen, seine Aktien behalten zu wollen. »J.C. Flowers ist weiterhin davon überzeugt, daß die HRE-Aktie werthaltiger ist als 1,39 Euro«, hieß es unter Verweis auf die Höhe des Übernahmeangebotes. Flowers hält zusammen mit weiteren Fonds rund 21,7 Prozent der Aktien. Flowers verweist auf zwei Gutachten namhafter deutscher Rechtsprofessoren, die Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit des sogenannten Enteignungsgesetzes geltend gemacht hätten, und behält sich juristische Schritte vor. Der Bund will dennoch an seinem Verfahren zur Übernahme des Instituts festhalten. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) verwies darauf, daß Flowers de facto »durch den Markt längst enteignet worden« sei. Unterdessen berichtete die Bild-Zeitung (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf ein internes Gutachten, daß die HRE bis zu 20 Milliarden Euro frische Mittel benötige.

(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.05.2009, Seite 9, Kapital & Arbeit

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