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Neonazimordprozeß: Urteil verzögert sich

Neuruppin. Durchn einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter verzögert sich das Urteil im Prozeß gegen zwei Neonazis wegen Mordes an einem Obdachlosen in Brandenburg. Die Verhandlung vor dem Landgericht Neuruppin wurde am Dienstag vertagt. Eigentlich waren die Plädoyers und die Verkündung des Urteils geplant, aber die Verteidiger stellten weitere Beweis­anträge. Ein Rechtsanwalt erklärte, er halte den Richter für befangen, weil dieser seine Anträge als unqualifiziert bezeichnet und abgelehnt habe. Der Vorsitzende Richter kritisierte während der Verhandlung die Ermittlungsarbeit: Die Staatsanwaltschaft habe nicht alle Spuren ausgewertet. In dem Verfahren sind zwei 19 und 22 Jahre alte Männer angeklagt, den 55jährigen Arbeitslosen Bernd K. im Juli 2008 in Templin zunächst brutal mißhandelt und ihm dann gegen den Kopf getreten zu haben. Das Motiv sehen die Ermittler in der rechtsextremistischen Gesinnung der Angeklagten.

(AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 25.03.2009, Seite 2, Inland

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