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an.schläge auf die Selbstdisziplin

Wien. Noch druckfrisch auf dem Markt: Die neue Ausgabe der feministischen Zeitschrift an.schläge aus Wien. Auch deshalb so gut zu lesen, weil Frau und Mann nicht aus jedem Beitrag die Ansage entgegenschreit: »Jetzt wird alles mal unter die feministische Lupe genommen!«.

Das Titelthema ist modisch, aber deswegen nicht uninteressant. Es heißt »Prokrastination«, wurde bereits vom rbb-Zeitgeistmagazin »Polylux« und von der Schriftstellerin Kathrin Passig in einem Buch besprochen. Mit Passig diskutiert die Zeitung, ob es wirklich in jedem Fall möglich und produktiv ist, ohne »einen Funken Selbstdisziplin« durchs Leben zu kommen und alle Arbeiten immer wieder aufzuschieben. Was sonst noch in der Zeitschrift steht, hat die jW-Redakteurin tatsächlich dazu verleitet, schmökernd nämlichem Laster zu frönen und lauter Unaufschiebbares aufzuschieben. Nebenbei liefert das Blatt einen weiteren Beweis der traurigen Tatsache, daß Frauen, wenn sie an der Macht sind, das Meiste genauso machen wie ihre männlichen Kollegen: Eine von ihnen ist Maria »Gnadenlos« Fekter, österreichische Innenministerin. Weitere Beiträge unter vielen anderen im Heft: Ein spannendes Interview mit einer salvadorianischen Feministin und eine Betrachtung über feministische Männer.(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 13.02.2009, Seite 15, Feminismus

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