Zum Inhalt der Seite

Komapatientin in Italien gestorben

Rom. Nach 17 Jahren im Wachkoma ist die Italienerin Eluana Englaro gestorben. Das bestätigte am Montag abend der italienische Gesundheitsminister Maurizio Sacconi im Senat, der über ein Eilgesetz gegen Sterbehilfe beraten sollte. Der Vater der heute 38jährigen hatte seit Jahren vor Gericht um Sterbehilfe für seine Tochter gekämpft, deren Ärzte in einer Klinik in Udine am Freitag die künstliche Ernährung der Frau gestoppt hatten. Englaro starb am Montag abend kurz nach 20 Uhr Ortszeit.

Der Fall hatte auch über die Landesgrenzen hinaus für Diskussionen gesorgt. Bis zuletzt hatten sich der Vatikan und Regierungschef Silvio Berlusconi gegen die Sterbehilfe eingesetzt. Ende Januar hatte ein Mailänder Verwaltungsgerichthof einen Verwaltungsbescheid aufgehoben, der dem Pflegepersonal die Beendigung der künstlichen Ernährung Eluanas verbot. Damit war der Weg für ein Abschalten der Geräte frei. Mit einem am Freitag beschlossenen Dekret wollte die Regierung Berlusconi den Abbruch der künstlichen Ernährung für die Frau jedoch in letzter Minute untersagen. Staatspräsident Giorgio Napolitano verweigerte aber seine Unterschrift. Berlusconi wollte daraufhin ein Eilgesetz durchsetzen.
Anzeige


(AFP/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 11.02.2009, Seite 6, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!