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Bürgermeister geht in Deckung

Warin/Schwerin. Nach der Morddrohung in einem Neonazi-Internetportal gegen den Bürgermeister der westmecklenburgischen Kleinstadt Warin, Hans-Peter Gossel, will dieser vorerst untertauchen. Er fühle sich trotz Polizeischutz »allein gelassen«, sagte der parteilose Politiker der Ostsee-Zeitung (Dienstagausgabe) und werde seine Heimatstadt für »ein paar Tage« verlassen. Die Schweriner Polizeidirektion habe den Vorwurf zurückgewiesen, berichtete das Blatt weiter. Der seit Bekanntwerden der Drohungen vor den Weihnachtsfeiertagen angeordnete Personenschutz laufe verdeckt ab. Gossel nehme ihn vermutlich nicht wahr, wird eine Polizeisprecherin zitiert. Ein Unbekannter hatte nach Medienberichten am 20. Dezember unter Anspielung auf den wenige Tage zuvor erfolgten Messerangriff gegen den Passauer Polizeichef Alois Mannichl im Forum des rechtsextremen Portals Altermedia geschrieben, daß Gossel sich als nächstes Opfer »zur Verfügung« stelle. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 31.12.2008, Seite 15, Antifaschismus

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