-
22.12.2008
- → Feuilleton
Vom Blattmachen
Zum Ende des Jahres müssen alle freien Mitarbeiter der Netzeitung gehen. Laut Tagesspiegel (Samstagausgabe) soll der Geschäftsführer der BV Deutsche Zeitungsholding, Josef Depenbrock, am Donnerstag gesagt haben, daß er am liebsten auch die verbliebenen acht Redakteure der Netzeitung entlassen möchte. Das geschah auf der Redaktionskonferenz der Berliner Zeitung, deren Chefredakteur Depenbrock auch ist. Die nur online erscheinende Netzeitung gehört zum selben Verlag, der wiederum der Mecomgruppe des britischen Finanzinvestors David Montgomery gehört. Die Redakteure der Berliner Zeitung befürchteten daraufhin, künftig die Netzeitung mitmachen zu müssen. Das gab soviel Ärger im Haus, daß am Freitag die Frühausgabe der Berliner Zeitung nicht erscheinen konnte. In der Samstagausgabe dann mal wieder Schweigen im Walde, statt Pfeifen im Keller.
(jW)
(jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Feuilleton
