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28.11.2008
- → Feuilleton
Schöner geht nicht
Im Sommer 1972 wurde in Westberlin die Bewegung 2.Juni gegründet. Bommi Baumann war mit von der Partie. Aus politischer Überzeugung. Die hat er bis heute. Ziemlich bald nach der Gründung der Bewegung ist Baumann damals allerdings Richtung Asien abgedampft. Guerillakrieg gegen Väterchen NATO-Staat – das war ihm doch etwas »zu hart«. Sein erster Zwischenstopp in einem knastähnlichen Hotel war noch unerfreulich: »In Teheran herrschte dieselbe Atmosphäre wie in der BRD. Überall Mercedes und überall Polizei.« Von Teheran aus ist Baumann dann aber direkt ins irdische Paradies gekommen: die pakistanischen »Tribal Areas« an der afghanischen Grenze. »Nie ist es einer Zentralgewalt gelungen, sie zu regieren«, heißt es in Baumanns aktuellem Buch »Rausch und Terror«. Vor allem der Norden dieser »Areas« sei »traumhaft schön. Schneegebirge und dunkle Wälder«. Überall Haschisch. Viel Opium. Kein Heroin. Als er mal welches kaufen wollte, bekam er hundert Gramm Opium geschenkt und ein »Wir wollen nicht, daß du zugrunde gehst« mit auf den Weg. »Solch anständige Menschen gibt es da.« Heute abend liest Baumann in Berlin-Neukölln aus »Rausch und Terror«. Ab 21 Uhr in der Literatur- und Pianobar Froschkönig, Weisestraße 17. (jW)
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