-
01.09.2008
- → Feuilleton
Finale Wagner-Soap
Heute berät der Stiftungsrat der Bayreuther Festspiele über die Nachfolge von Wolfgang Wagner (89), der das Festival mehr als ein halbes Jahrhundert lang geleitet hatte. Schon in den 90ern sollte er abgesetzt werden. Der Streit gipfelte 2001 in einem auf Drängen des damaligen bayerischen Kunstministers Hans Zehetmair (CSU) zustande gekommenen Beschluß des Stiftungsrats, Eva Wagner-Pasquier, Wolfgang Wagners Tochter aus erster Ehe, zur Nachfolgerin zu bestimmen. Doch Wolfgang Wagner pochte auf seinen Vertrag auf Lebenszeit, und Eva Wagner-Pasquier gab zunächst auf. Nun bewirbt sie sich ganz offiziell mit Katharina Wagner, Tochter aus Wagners zweiter Ehe und dessen erklärte Lieblingsnachfolgerin. Daß vor der entscheidenden Stiftungsratssitzung doch noch ein Rest Spannung bleibt, liegt an Katharinas Cousine und Rivalin Nike Wagner. Sie überraschte vor einer Woche mit der Nachricht, sich gemeinsam mit dem ehemaligen Intendanten der Pariser Oper und designierten Leiter der New York City Opera, Gérard Mortier, ebenfalls zu bewerben. Im aktuellen Spiegel erklärt Nike, für Katharina seien von »interessierter Seite Fakten geschaffen worden«, um »Wolfgang Wagners dynastischen Wünschen zu entsprechen«. Ohne ihre Bewerbung würde Bayreuth in der »altfränkischen Kungelei« verharren. (ddp/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Feuilleton