Zum Inhalt der Seite

Ermittlungen gegen Grässlin eingestellt

Frankfurt/Main. Nach mehr als zweieinhalb Jahren Ermittlungen hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nach Angaben der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) vom Donnerstag das Verfahren gegen Jürgen Grässlin eingestellt. Der Sprecher der Kritischen Aktionäre Daimler (KAD) und der DFG-VK war beschuldigt worden, Insiderkenntnisse weitergegeben zu haben. Bereits zwölf Tage vor der überraschenden Rücktrittserklärung des damaligen Daimler-Vorsitzenden Jürgen E. Schrempp am 28. Juli 2005 hatte Grässlin Kenntnis davon erhalten. Nach Bekanntwerden des bevorstehenden Rücktritts schnellte die DaimlerChrysler-Aktie im Kurswert deutlich nach oben. Massive Aktienverkäufe und daraus resultierende beträchtliche Gewinne waren die Folge. Die Angaben Grässlins gegenüber der BaFin waren Ausgangspunkt für zahlreiche Ermittlungen auch gegen hochrangige Manager. Anstatt Grässlins Kooperationsbereitschaft zu würdigen, veranlaßte die BaFin eine Hausdurchsuchung bei der unter anderem Grässlins Computer mit seinem damals noch im Skript befindlichen Buch »Das Daimler-Desaster« beschlagnahmt wurde.

(jW)

daimler-prozesse.net

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 01.08.2008, Seite 5, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!