Zum Inhalt der Seite

Schnitzelfondue (7)

Mustergültig schlecht schieden die Griechen als amtierender Europameister gegen Rußland aus, mustergültig sportlich war ihre Reaktion. Fast konnte man glauben, sie wären tatsächlich der Ansicht, daß Fußball letztlich doch nur ein Spiel sei. »Kann passieren« kommentierte Trainer Otto Rehhagel im ZDF das EM-Aus und wies darauf hin, keine Stürmer zu haben, die auch Tore schießen und auch keinen Torwart, der Bälle halten könnte. Der Gewinn der EM vor vier Jahren sei »ein Wunder« gewesen, und Wunder zeichneten sich eben dadurch aus, daß sie nicht wiederholbar seien. Ionnanis Amanatidis, einer der harmlosen Stürmer, sagte ohne den bei solchen Anlässen sonst üblichen Theater-Masochismus, er sei »ein bißchen enttäuscht« und benutzte in zwei Minuten siebenmal das Wort »nichtsdestotrotz«. Nichtsdestrotz habe man sich angestrengt, nichts­destotrotz verloren, nichtsdestotrotz sah er gar nicht unglücklich aus.

(sid/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 16.06.2008, Seite 16, Sport

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!