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Mehr Bildung heißt nicht weniger Kinder

Münster. Hochschulabsolventinnen und Abiturientinnen bekommen seit einigen Jahren nicht weniger Kinder als Frauen mit kürzerer oder keiner Ausbildung. Zu diesem Ergebnis kommt Prof. Dr. Rainer Hufnagel vom Institut für Ökonomische Bildung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in einer aktuellen Untersuchung, die soeben in der Zeitschrift Hauswirtschaft und Wissenschaft erschienen ist. Er räumt mit dem auch in der Wissenschaft noch verbreiteten Vorurteil auf, daß höhere Bildungsabschlüsse und damit verbundene Karrierebestrebungen zu einer niedrigeren Kinderzahl führen.

Hufnagel, der Mikrozensus-Daten aus den Jahren 1996 bis 2002 ausgewertet hat, weist für diesen Zeitraum das Gegenteil nach. Ein negativer Zusammenhang zwischen »Humanvermögen« der Frau und der Anzahl ihrer Kinder habe nur bis zum Beginn der 90er Jahre bestanden. Seit Mitte der 90er Jahre sei das Verhältnis umgekehrt: Je gebildeter die Frau, desto mehr Kinder bringe sie zur Welt. Zudem gelte seitdem, daß die Zahl der Kinder umso höher ist, je besser der Partner ausgebildet ist. Der Autor der Untersuchung schlußfolgert hieraus, die Schaffung zusätzlicher Betreuungseinrichtungen für Kinder sei eigentlich nicht nötig. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.04.2008, Seite 15, Feminismus

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