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Neue Kampagne zum »Schießbefehl«

Berlin. Ein angeblich »ungewöhnlich deutlich formulierter Schießbefehl für den Einsatz an der DDR-Grenze« ist in Dokumenten der Magdeburger Außenstelle der Stasi-Akten-Behörde entdeckt worden. Wie die Magdeburger Volksstimme am Samstag berichtete, enthielt eine Dienstanweisung der Einsatzkompanie des MfS vom 1. Oktober 1973 die Aufforderung, Flüchtlinge zu »stellen bzw. liquidieren«. Der Leiter der Außenstelle, Jörg Stoye, sprach von einem »aufsehenerregenden und bedeutsamen Fund«. Bisher habe es in den offiziellen DDR-Akten einen so deutlichen »Schießbefehl«, nicht gegeben. Am Sonntag wurde bekannt, daß der Fund keineswegs neu ist. Der entsprechende Befehl sei in einem »archivierten IM-Vorgang« gefunden und bereits 1997 wörtlich in einem Dokumentenband zur DDR-Geschichte veröffentlicht worden, berichtete Die Welt (Montagausgabe) vorab. Der Direktor der sogenannten Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, kritisierte am Sonntag die Birthler-Behörde. Wenn sie »ein bereits vor vielen Jahren herausgegebenes Dokument kurz vor dem Jahrestag des Mauerbaus als neu verkündet, wäre das irrititierend«. (AP/ddp/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.08.2007, Seite 1, Inland

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