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Protest gegen Gedenkstein »für Opfer des Stalinismus«

Foto: Gordon Welters
Berlin. Unter dem Motto »Mit Antikommunismus läßt sich Faschismus nicht bekämpfen« haben am Montag rund 50 Menschen gegen die Einweihung eines Gedenksteines »für die Opfer des Stalinismus« auf dem Sozialistenfriedhof in Berlin-Friedrichsfelde protestiert.

Zur Einweihung durch den Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses, Walter Momper (SPD), waren knapp 30 Menschen gekommen. Momper nannte den Stein des Anstoßes unbeirrt eine notwendige Ergänzung der Gedenkstätte und dankte insbesondere der Linkspartei.PDS, von der die Anregung für diesen Stein ausgegangen sei.

Bezirksbürgermeisterin Christina Emm­rich (Linkspartei) berichtete von vielen Briefen, die sie in den letzten Tagen erhalten habe. Sie sei verwundert, weil ihr vorgeworfen werde, mit einem politischen Kampfbegriff zu hantieren. Sie lud die Kritiker zum Gespräch, »aber persönlich und nicht über die Presse« ein. Die fünf Schritte zu den Protestierenden von DKP, der Gesellschaft für Rechtliche Hilfe und der VVN-BdA schaffte sie für ein solches Gespräch nicht.

(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.12.2006, Seite 5, Inland

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