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Deutschland ist Niedrigsteuerland

Berlin. Der Anteil von Steuern und Sozialabgaben an der deutschen Wirtschaftsleistung ist so niedrig wie seit 1972 nicht mehr. Darauf hat am Mittwoch in Berlin die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hingewiesen. Im Jahr 2004 betrug die Quote 34,7 Prozent, das sind 2,5 Prozentpunkte weniger als 1995. Abgesehen von den osteuropäischen Umbruchstaaten sei die Steuer- und Sozialbeitragsquote am Bruttoinlandsprodukt (BIP) innerhalb der OECD in den vergangenen zehn Jahren nur in den Niederlanden stärker zurückgegangen als in Deutschland. Vergleichsweise wenig nimmt der deutsche Staat auch aus Grund-, Vermögens-, Schenkungs- und Erbschaftssteuern ein. Hier liegen die Einnahmen 0,9 Prozent, der OECD-Schnitt beträgt 1,9 Prozent. Ebenfalls unterdurchschnittlich sind die Einnahmen aus Einkommens-und Unternehmenssteuern in Deutschland. Sie betrugen 2005 9,8 Prozent am BIP, im OECD-Mittel waren es rund 13 Prozent.

(AFP/AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.10.2006, Seite 9, Kapital & Arbeit

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