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16.09.2006
- → Ausland
Muslime sind über den Papst aufgebracht
Weltweite Empörung wegen Ratzingers Äußerungen in Regensburg
Die Kontroverse um Äußerungen des Papstes zum Islam hat sich am Freitag ausgeweitet. Das Parlament in Pakistan verabschiedete einstimmig eine Entschließung, in der es das Oberhaupt der katholischen Kirche aufforderte, seine Äußerungen zurückzunehmen. In der Türkei wurden Rufe nach einer Absage des für Ende November geplanten Besuches von Benedikt XVI. laut. Während CSU-Bundestagsabgeordnete die Kritik am Papst als ungerechtfertigt zurückwiesen, nannte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, die Äußerungen »merkwürdig einseitig und geschichtsblind«.
Mit seinen verächtlichen Bemerkungen über den Islam habe der Papst »die Gefühle der moslemischen Welt verletzt«, hieß es in der Resolution der pakistanischen Abgeordneten. Das pakistanische Außenministerium bezeichnete die Worte von Benedikt XVI., alias Joseph Ratzinger, als bedauerlich.
Der palästinensische Regierungschef Ismail Hanija forderte den Papst auf, seine Angriffe gegen die Religion von mehr als 1,5 Milliarden Menschen weltweit einzustellen. Die Äußerungen seien unwahr und rührten »an den Kern unseres Glaubens«, sagte er in Gaza. Auch in Indien, Ägypten, Afghanistan, Iran, Irak, Libanon, Syrien, Österreich und Großbritannien übten moslemische Würdenträger und Organisationen harsche Kritik an dem Papst-Vortrag.
Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), kritisierte die türkischen Reaktionen auf die Papst-Rede. Der CSU-Abgeordnete Hartmut Koschyk nannte die Kritik an Benedikt XVI. »ungerechtfertigt« und forderte, der Islam dürfe sich einem »kritisch-konstruktiven Dialog« nicht verschließen.
Der Papst hatte am Dienstag abend in Regensburg unter anderem die Äußerung eines byzantinischen Kaisers zitiert, Mohammed, der Religionsstifter des Islam, habe »nur Schlechtes und Inhumanes« in die Welt gebracht. Der Vatikan hatte angesichts der Proteste aus der islamischen Welt erklärt, der Papst habe die religiösen Gefühle der Moslems nicht verletzen wollen.
(AP/jW)
Mit seinen verächtlichen Bemerkungen über den Islam habe der Papst »die Gefühle der moslemischen Welt verletzt«, hieß es in der Resolution der pakistanischen Abgeordneten. Das pakistanische Außenministerium bezeichnete die Worte von Benedikt XVI., alias Joseph Ratzinger, als bedauerlich.
Der palästinensische Regierungschef Ismail Hanija forderte den Papst auf, seine Angriffe gegen die Religion von mehr als 1,5 Milliarden Menschen weltweit einzustellen. Die Äußerungen seien unwahr und rührten »an den Kern unseres Glaubens«, sagte er in Gaza. Auch in Indien, Ägypten, Afghanistan, Iran, Irak, Libanon, Syrien, Österreich und Großbritannien übten moslemische Würdenträger und Organisationen harsche Kritik an dem Papst-Vortrag.
Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), kritisierte die türkischen Reaktionen auf die Papst-Rede. Der CSU-Abgeordnete Hartmut Koschyk nannte die Kritik an Benedikt XVI. »ungerechtfertigt« und forderte, der Islam dürfe sich einem »kritisch-konstruktiven Dialog« nicht verschließen.
Der Papst hatte am Dienstag abend in Regensburg unter anderem die Äußerung eines byzantinischen Kaisers zitiert, Mohammed, der Religionsstifter des Islam, habe »nur Schlechtes und Inhumanes« in die Welt gebracht. Der Vatikan hatte angesichts der Proteste aus der islamischen Welt erklärt, der Papst habe die religiösen Gefühle der Moslems nicht verletzen wollen.
(AP/jW)
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