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Polen zieht Exponate zurück

Berlin. Die »Vertriebenen«-Ausstellung in Berlin sorgt weiter für Unmut: Das Historische Museum Warschau ließ zwei Exponate der Schau von einer Kurierin zurückholen, wie die Kuratorin Katharina Klotz der Berliner Tageszeitung B. Z. (Dienstagausgabe) sagte. Es handele sich um das bestickte Tuch eines vertriebenen polnischen Flüchtlingsjungen und das Buch eines Wehrmachtssoldaten. Auf die 18 anderen Ausstellungsobjekte aus Polen habe die Regierung keinen Zugriff, weil sich diese Exponate im Besitz von privaten Organisationen oder Personen befinden. Aus Protest gegen die am 10. August eröffnete Ausstellung »Erzwungene Wege« hatte Warschaus Bürgermeister Kazimierz Marcinkiewicz kürzlich seinen geplanten Besuch in Berlin abgesagt. Die Ausstellung sei seiner Auffassung nach »gegen Polen gerichtet«, hatte Marcinkiewicz erklärt.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 15.08.2006, Seite 1, Inland

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