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Wohlgelaunter Mittelstand

DIHK-Umfrage bescheinigt dem gemeinen deutschen Kapitalisten gute Stimmung. Ruf nach mehr Reformen

Die Stimmung im deutschen Mittelstand ist so gut wie seit sechs Jahren nicht mehr. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten DIHK-Umfrage unter mehr als 20000 Unternehmen beurteilen 32 Prozent der Befragten ihre aktuelle Geschäftslage als gut, weitere 51 Prozent als befriedigend und nur 17 Prozent als schlecht. Bei Großunternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten ist die Stimmung noch besser, erklärte der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Axel Nitschke, am Donnerstag in Berlin.

Was aber bringt – im Widerspruch zum dauernden Klagen der Lobbyisten – den gemeinen deutschen Kapitalisten in solch gute Laune? Die gute Entwicklung sei vor allem Impulsen aus dem Ausland zu verdanken und nur in zweiter Linie der langsam anziehenden Inlandsnachfrage. »Das erklärt auch, warum die Kluft zwischen Mittelstand und Großunternehmen gegenüber unserer letzten Umfrage sogar noch tiefer geworden ist«, sagte Nitschke. Für die »Großen« fielen auch die hohen Energiepreise und die anstehende Mehrwertsteuererhöhung weniger ins Gewicht, die im Mittelstand den Aufwärtstrend zunehmend bremsten.

Der DIHK befürwortet nach eigenen Angaben die vergangene Woche vom Bundeskabinett beschlossene Mittelstandsinitiative. Dennoch sollte die Bundesregierung dem Aufschwung im Mittelstand jetzt mit »weitreichenden Reformen« Kraft geben, hieß es. Der Arbeitsmarkt sei überreguliert, das Steuerrecht zu kompliziert und die Abgabenlast zu hoch. Wer hätte das gedacht?

(APjW)
junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.07.2006, Seite 9, Inland

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