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Birthler gibt Rosenholz frei

Berlin. Die Stasiaktenbeauftragte Marianne Birthler (Foto) will noch im Juli mit der Herausgabe der Unterlagen des früheren DDR-Geheimdienstes über den 6. Deutschen Bundestag aus den 70er Jahren beginnen. Bei der Behörde der Bundesbeauftragten seien inzwischen mehrere Anträge von Medien und Wissenschaftlern zu Abgeordneten der 6. Legislaturperiode eingegangen. Birthler war in die Kritik geraten, weil sie bislang einen einschlägigen Forschungsbericht unter Verschluß hält. Dem Spiegel zufolge läßt Birthler derzeit das Einverständnis einiger Expolitiker einholen, die in den sogenannten Rosenholz-Dateien als »Inoffizielle Mitarbeiter mit Arbeitsakte« (IMA) registriert sind. Als bislang unbekannte IMA werden von der SPD etwa Helmut Schmidt, Björn Engholm und Willy Brandt (IMA »Pfeiffer«) aufgelistet, von der FDP Erich Mende, von der CSU Franz Josef Strauß und Friedrich Zimmermann.
(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 18.07.2006, Seite 1, Inland

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