Zum Inhalt der Seite

Türkei geht gegen »Ehrenmorde« vor

Istanbul. Mit Aufklärungskampagnen, TV-Spots und einer landesweiten Telefonhotline will die türkische Regierung gegen sogenannte Ehrenmorde und Gewalt gegen Frauen und Kinder vorgehen, wie Der Standard aus Wien am Mittwoch unter Berufung auf türkische Zeitungen berichtete. Zur Lösung des Problems müßten staatliche Stellen und gesellschaftliche Organisationen zusammenarbeiten, forderte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan demnach in einem Erlaß an die Behörden. Außerdem berichtete Der Standard unter Berufung auf die türkische Zeitung Hürriyet, das staatliche Religions­amt der Türkei wolle gegen Zwangsehen vorgehen. Sie würden in einem Erlaß als Sünde und als unislamisch gebrandmarkt. Eine Arbeitsgruppe der Behörde sei in den Osten und Südosten des Landes entsandt worden, wo Zwangsehen besonders weitverbreitet sind.

(jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 07.07.2006, Seite 15, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!