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Antifaschist bleibt in Polen inhaftiert

Der am 10. Juni bei der Parade für sexuelle Gleichberechtigung in Warschau festgenommene Antifaschist Rene K. sitzt weiter in Polen in Untersuchungshaft (siehe jW vom 15. Juni). Dies teilte Martin Seiler von der Gruppe »Queer Berlin« am Dienstag mit. Wegen »weiterer Ermittlungen in einem laufenden Verfahren« weigere sich die Staatsanwaltschaft, so Seiler gegenüber jW, den Inhaftierten bis zu seinem Verfahren gegen Kaution auf freien Fuß zu setzen. Die nächste Haftprüfung findet erst in drei Wochen statt. Am Montag – und damit neun Tage nach seiner Inhaftierung– hatte Rene K. erstmals die Gelegenheit, mit einem polnischen Anwalt zu sprechen. Ein Dolmetscher wurde nicht zugelassen. Dem 24jährigen Berliner wird vorgeworfen, sich bei einer Festnahme gewehrt zu haben. Vor seiner Festnahme hatten Neonazis Steine und Eier auf die etwa 6 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Homoparade geworfen. (jW)
Freitag, 15 Uhr, Protestkundgebung vor der polnischen Botschaft in Berlin-Grunewald, Lassenstr. 19–21
www.queerberlin.tk
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.06.2006, Seite 13, Ausland

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