Zum Inhalt der Seite

Ohne Motte ins Licht

Ab Montag kann unter www.loveparade.net darüber abgestimmt werden, wer am 15. Juli auf 40 Lastwagen die Straße des 17. Juni in Berlin runterwummert. Die Loveparade Berlin GmbH erwartet eine Million Besucher, auch wegen dieser unüberprüfbaren Mitbestimmung. »Was angesagte elektronische Musik ist«, erklärte der stellvertretende Geschäftsführer Maurice Maué, werde zu gleichen Teilen durch die Internetabstimmung und ein Musikfachkomitee entschieden. Beworben hätten sich 420 »Clubkulturträger aus aller Welt«, etwa aus Indien, Südafrika und Australien. Nicht einverstanden mit dem neuen Konzept ist im übrigen Matthias Roeingh alias Dr. Motte, dessen verstrahlte Ansprachen an das Volk der Wunderpillenopfer zuletzt als traurige, aber doch einzige Höhepunkte des Spektakels galten. Motte wird diesmal keine Rede halten, bleibt aber als »Mitgesellschafter« am Gewinn beteiligt.

(ddp/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 21.04.2006, Seite 12, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!