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Gefälschter Fälscher

Eine Fälschung ist eine Fälschung ist eine Fälschung. Fahnder haben in Dresden rund 200 gefälschte Gemäldekopien des bekannten Kunstfälschers Konrad Kujau entdeckt. Bei einer 48jährigen Frau seien zahlreiche Bilder mit dem nachgemachten Signet des als Meisterfälscher bekannten Kujau entdeckt worden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Der 2000 verstorbene Kujau war der Mann, der dem Stern 1983 die legendäre Pleite mit den angeblich aufgefundenen, aber in Wahrheit von ihm gefälschten »Hitler-Tagebüchern« eingebrockt hatte. Hierfür kam er drei Jahre ins Gefängnis, wo er sich mit unter seinem Namen gefälschten Großwerken der Kunstgeschichte ein Zubrot verdiente. Die Fälscherin des Fälschers aus Dresden bezeichnet sich als »Großnichte« Kujaus. Sie hatte die Bilder laut Polizei als »Originalfälschungen« deklariert. Bereits 500 in Fernost hergestellte Gemälde habe sie nachträglich mit einem Kujau-Signet versehen und über das Internet verkauft. Dadurch entstand nach bisherigen Ermittlungen ein Schaden von mehr als 550 000 Euro. Die große Zahl der im Internet verkauften Gemälde hatte die Ermittler dem Sprecher zufolge auf den Plan gerufen. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 20.04.2006, Seite 12, Feuilleton

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