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Polizeirazzia gegen »Blood and Honour«

München/Dresden. Mit einer bundesweiten Razzia ist die Polizei am Dienstag gegen mutmaßliche Aktivisten der verbotenen Neonaziorganisation »Blood and Honour« vorgegangen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft München I und des bayerischen Landeskriminalamtes wurden in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Sachsen, Thüringen und Rheinland-Pfalz insgesamt 119 Objekte durchsucht.

Die Behörden haben demnach insgesamt 80 mutmaßliche Neofaschisten in Verdacht, die Organisation trotz des Verbotes vom September 2000 weitergeführt zu haben. In Bayern fanden die Ermittler bei Verdächtigen eine funktionsfähige Handgranate, eine Pistole und ein durchgebohrte Schreckschußpistole. In Sachsen wurde nach Angaben der dortigen Behörden ein Verdächtiger festgenommen. Nach Darstellung der bayerischen Behörden wurden seit dem Verbot von »Blood and Honour« eine »Vielzahl von Aktivitäten« der Organisation sowie neuer mutmaßlicher Aktivisten festgestellt. Deshalb wird den Angaben zufolge derzeit in sechs Bundesländern wegen Verstoßes gegen das Vereinsverbot und Fortführung der Organisation ermittelt.

Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten nach LKA-Angaben neben den Waffen zahlreiche CDs, Zeitschriften, Videofilme und Devotionalien der verbotenen Neonazivereinigung sicher. (AP/AFP/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.03.2006, Seite 15, Inland

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