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Jeder sechste Bundesbürger ist arm

Köln. Die anhaltende hohe Arbeitslosigkeit läßt immer mehr Menschen in Deutschland verarmen. Im Jahr 2004 verfügten 16 Prozent der Bundesbürger über weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens und galten damit als arm. Dies geht aus einer am Montag vorgelegten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor. Neben mangelnder Bildung ist der größte Risikofaktor für Armut demnach der Verlust des Arbeitsplatzes. Mit 3,5 Prozent habe Deutschland darüber hinaus die höchste Langzeitarbeitslosenquote in der gesamten Europäischen Union ohne Beitrittsstaaten.

Der IW-Bericht werde der »Dramatik der Situation nicht gerecht«, kritisierte indessen der Paritätische Wohlfahrtsverband. Mehr als drei Millionen Haushalte seien derzeit überschuldet, doppelt soviel wie vor zehn Jahren, sagte Geschäftsführer Ulrich Schneider. Jedes siebte Kind lebe mittlerweile auf Sozialhilfeniveau. Die Zahl der armen Kinder in Deutschland sei mit der Einführung von Hartz IV von einer Million auf 1,7 Millionen gestiegen.


(AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.03.2006, Seite 5, Inland

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