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Nachschlag: Staatsbürgerkunde

→ Thirteen Days. Amazon Prime

Foto: Mary Evans/AF Archive/New Line/IMAGO
Liebesgrüße aus Moskau

Neun Jahre nach »JFK« kehrte der Mann für JFK Affairs auf die Leinwand zurück. Diesmal als Ken O’Donnell, Sonderberater JFKs während der Kubakrise. Costner spielt, was sein Rollenfach hergibt, den patriotisch-ernsten Familienvater, der auch in der hohen Politik nicht vergessen hat, wofür man das alles tut, für die Menschen nämlich. Doch nur, insofern sie Staatsbürger der USA sind. Die Belange der Kubaner kommen nicht vor, und Sowjetbürger, wenn sie überhaupt auftreten: zynisch, verschlossen, gewohnt zu lügen. Der Rest ist Othering durch Abstraktion, das dunkle Reich da drüben, wird nicht konkret. Die US-Seite ist divers. Der idealistische Diplomat, der charismatische Präsident, der ausgekochte Berater, der smarte Präsidentenbruder, der Air-Force-Chef als Karikatur, die auch in »Dr. Strangelove« sitzen könnte. Mit der Geschichte nimmt die Geschichte es nicht so genau. Erst nach einer Stunde Laufzeit kommen die im Frühjahr 1962 in der Türkei stationierten Jupiter-Raketen ins Spiel, da ist das Narrativ der bloß reagierenden USA längst etabliert. (fb)

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Erschienen in der Ausgabe vom 23.10.2026, Seite 14, Feuilleton

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