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Nachschlag: Der Held der westlichen Welt

→ Indiana Jones und der letzte ­Kreuzzug. Di., 20.15 Uhr, ATV

Foto: Mary Evans/IMAGO
Der Held der westlichen Welt

Spielberg kann drei Dinge. Überraschen, enttäuschen und er selbst sein. Der Film hier fällt in die dritte Gruppe. Die Fähigkeit, Handwerk zu verstecken, besorgt in Tateinheit mit der dick aufgetragenen Musik von John Williams Immersion. Tritt man einen Schritt zurück, tritt das Stereotyp hervor. Spielbergs ewiges biographisch bedingtes Thema – Sohn sucht Papa – ist auch hier verarbeitet, hinzu kommt das sture Freund-Feind-Schema, das am Nazimotiv Erlaubnis erhält, doch wohl eher den Kalten Krieg spiegelt. Indi ist der Modellathlet der Libertären. Nur sich selbst verpflichtet, gaunert er sich durch die Welt der Archäologie. Historisch gründet die archäologische Wissenschaft auf kolonialem Kunstraub, in der Filmreihe fällt die Wissenschaft dann ganz weg, Indi ist bloß noch Dieb. Die Landstriche, die er ausraubt, scheinen bewohnt von primitiven Menschen, und Doktor Jones als Repräsentant der westlichen Zivilisation ist der wahre Wilde, der unter den Wilden wandelt. Ein typischer Spielberg: ideologische Dekonstruktion aus Versehen. (fb)

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.10.2026, Seite 14, Feuilleton

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