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Costa Rica eröffnet Massenknast
Präsidentin Fernández folgt dem Beispiel El Salvadors
In Costa Rica soll an diesem Mittwoch ein Massengefängnis eröffnet werden. 5.100 Insassen sollen dort weggesperrt werden können. Die Regierung des nur 5,2 Millionen Einwohner zählenden zentralamerikanischen Landes folgt damit dem wegen Menschenrechtsverletzungen kritisierten »Sicherheitsmodell« von El Salvadors ultrarechtem Staatschef Nayib Bukele. Costa Ricas erst seit Mai amtierende Präsidentin Laura Fernández hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, den Bau eines Megagefängnisses nach Bukeles Vorbild voranzutreiben. Der als »Zentrum für Hochsicherheit zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens« (CACCO) bezeichnete Megaknast ist quasi eine kleinere Kopie von Bukeles 2023 eröffnetem »Terrorismus-Hochsicherheitsgefängnis« (CECOT), in dem circa 15.000 Häftlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen eingekerkert sind.
Ungeachtet der Kritik von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch, die unter anderem eine extreme Überbelegung der Zellen mit teils mehr als 75 Personen auf engstem Raum anprangern, sowie des von der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) erhobenen Vorwurfs von Misshandlungen und Folter, hatte Fernández’ Vorgänger Rodrigo Chaves mit Bukele eine »historische Allianz« gegen die organisierte Kriminalität vereinbart. Costa Rica wurde dadurch zu einem der ersten Länder in Lateinamerika, das das salvadorianische Gefängnismodell übernommen hat. Nach den Plänen der Regierung werden im Megagefängnis CACCO keine Besuche erlaubt sein, Mobilfunksignale sollen blockiert und die Häftlinge mittels Gesichtserkennungssystemen registriert werden. Wie die Onlinezeitung The Tico Times vergangene Woche meldete, wollen Bukele und sein ebenfalls ultrarechter kolumbianischer Amtskollege Abelardo de la Espriella gemeinsam mit Fernández an der Einweihung der Anlage teilnehmen, die für rund 35 Millionen US-Dollar auf dem Gelände des Gefängniskomplexes »La Reforma« in San Rafael de Alajuela errichtet wurde.
Die Eröffnung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Staatsanwaltschaft des Landes Vorwürfe untersuchen, wonach »La Reforma«-Gefangene bei einer Durchsuchung am 9. Oktober von Beamten angegriffen worden sein sollen und ein Häftling gestorben sei. Laut The Tico Times erreichte die Anzahl der Inhaftierten in Costa Rica bereits vor Eröffnung des neuen Megagefängnisses ein Rekordniveau. Nach Angaben des Justizministeriums befanden sich am 7. Oktober 21.173 Personen in Haft. Das sei die höchste Zahl, die bislang in den verfügbaren Aufzeichnungen gezeichnet wurde, so die Zeitung.
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