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Kriegsvorbereitung

US-israelische Rüstungsfirma baut Waffen in Leipzig

Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Sehen ein wenig aus wie die V1 der Nazis, sind aber viel zerstörerischer: "Anthem"-Marschflugkörper der US-israelischen Waffenschmiede Covenant (Leipzig, 5.10.2026)

Leipzig. Das US-israelische Rüstungsunternehmen Covenant hat in Leipzig seine Produktionsstätte zur Herstellung weitreichender Marschflugkörper eröffnet. Die Fertigung des Waffensystems »Anthem« soll 2027 beginnen, sagte der Firmenchef, der US-Israeli und ehemalige Mitarbeiter von Peter Thiel, Michael Kaufman. Im ersten Jahr sollen 1.000 Stück in der sächsischen Stadt produziert werden. 2028 werden bereits 5.000 Exemplare angestrebt.

Leipzig wird nach Israel und den USA der dritte Standort von Covenant sein. Die Fabrik im Leipziger Norden soll der größte Standort werden.

Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Johannes Steiniger, betonte die Notwendigkeit der Abschreckung. »Der beste Marschflugkörper ist der, der niemals fliegen muss, aber fliegen kann«, sagte er. Covenant investiere rund 250 Millionen Euro. Dass eine US-israelische Firma in Europa Waffen baut, bezeichnete er als ein starkes politisches Zeichen.

»Anthem«-Marschflugkörper ähneln der Nazi-»Wunderwaffe« V1 und können einen 200 Kilogramm schweren Sprengkopf tragen. Sie haben laut Steiniger eine Reichweite von weit über 1.000 Kilometern. Der Marschflugkörper wird als Waffe für »Präzisionsschläge« auf Ziele wie Kommandoposten, Nachschubdepots und Mädchenschulen tief im gegnerischen Gebiet (»deep strike«) bezeichnet.

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In Leipzig werden die Flugkörper montiert. Die Bestückung mit Sprengstoff erfolgt nach Unternehmensangaben erst vor Ort bei den »Kunden«. Mit der angestrebten Jahresproduktion von 5.000 Stück würden Armeen in Europa in die Lage versetzt, signifikante Bestände aufzubauen, sagte der Staatssekretär.

Das Unternehmen will das Waffensystem deutlich günstiger anbieten als bislang auf dem Markt verfügbare Systeme. Der Konzern wirbt damit, dass »Anthem« einen sechsstelligen Betrag koste, also weniger als eine Million, während andere Waffensysteme dieser Art üblicherweise mehrere Millionen US-Dollar pro Stück kosten.

Die Produktionshalle befindet sich im Leipziger Norden. Covenant hat eine bestehende Gewerbehalle angemietet. Vor Beginn der Produktion müssen die Behörden noch die Umwidmung der Lager- in eine Fertigungshalle genehmigen. Das sei aber eher eine Formalie, hieß es.

Covenant wurde erst 2024 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Washington D.C.. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben in drei Finanzierungsrunden mehr als 250 Millionen US-Dollar (215 Millionen Euro) von Investoren eingeworben.

Unter den Geldgebern ist auch der Founders Found, bei dem der Tech-Oligarch Peter Thiel zu den Mitgründern zählt. Er ist bekannt für seine libertären und antidemokratischen Positionen, seine Nähe zu US-Präsident Donald Trump und seine Verachtung für liberale Gesellschaften. (dpa/jW)

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Erschienen am 06.10.2026, Inland

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