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Nachschlag: Razupaltuff

→ Die Känguru-Verschwörung. Fr., 8.35 Uhr, Sky Cinema

Foto: X Filme
Mutig: Witze machen über Leute, über die ohnehin jeder lacht

Im schäbigen Mietshaus am Görli ist alles wie zweieinhalb Jahre zuvor. Marc-Uwe und das Känguruh leben ihre als WG getarnte Bromance aus, Herta spricht mit dem Zapfhahn, Friedrich-Wilhelm und Otto-von langweilen sich im Späti, Maria hält Marc-Uwe auf Armlängenabstand. Dann eskaliert eine alberne Wette um einen Wohnungstausch. Umstandslos kippt der Film vom »Lindenstraße«-Setting in eine Holperstory auf der Landstraße. Ein deutsches Roadmovie also, na so was. Es geht um Marias Mutter, Lisbeth Schlabotnik, die im Sumpf der Verschwörungstheoretiker feststeckt. Die Kapitalismuskritik der ersten drei Bücher war im ersten Film bereits auf eine AfD-Schelte heruntergebrochen, in diesem zweiten Teil wiederholt sich das, ohne Buchvorlage, an den Querdenkern. Man lacht nicht mehr über das System, nur noch über Randgruppen, obgleich gerade bei diesem Thema neben der Normalität des Wahnsinns der Wahnsinn der Normalität hätte gezeigt werden können. Marx-Uwe war einmal, und das Känguruh darf sich Hoffnung machen, den Sendeplatz von Böhmermann zu erben. (fb)

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.10.2026, Seite 14, Feuilleton

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