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Reproduktionsrechte

Protest gegen »Marsch für das Leben«

Berlin. An diesem Sonnabend wollen wieder Tausende sogenannte Lebensschützer durch die Hauptstadt ziehen. Organisiert wird der jährliche Aufmarsch, der seit kurzem gleichzeitig auch in Köln und Zürich stattfindet, vom »Bundesverband Lebensrecht«. Das Bündnis »What the Fuck«, das sich für ein selbstbestimmtes Reproduktionsrecht einsetzt, ruft zu entsprechenden Gegenprotesten auf. Die Bezeichnung als »Lebensschutzbewegung« sei ohnehin »komplett irreführend«, kritisiert das Bündnis in einer Pressemitteilung vom Mittwoch. »Denn was sich hier als freundliche Familienpolitik tarnt, ist in Wirklichkeit eine gefährliche, antifeministische Ideologie. Es geht darum, durch die Kontrolle gebärfähiger Körper mitzugestalten, wer sich in unserer Gesellschaft reproduzieren darf und wer nicht.« Darüber hinaus nehme die Vernetzung mit ultrarechten Gruppen seit Jahren zu, »sowohl auf der Straße als auch im diskursiven Raum«, schreibt das Bündnis weiter. Genannt wird zwar Kritik »aus Teilen der Evangelischen Kirchen in Deutschland oder von bestimmten kirchlichen Jugendverbänden«, aber auch in diesem Jahr wird sich – neben anderen kirchlichen Vertretern – der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, ein Grußwort ausrichten.

Seit Donnerstag findet im Vorfeld des »Marschs für das Leben« zudem in Berlin die Konferenz »Heartbeat International« statt – laut eigener Aussage, um Besuchern ein »inspirierendes Programm« aus dem »Bereich Schwangerschafts- und Familienhilfe« zu bieten. Die gleichnamige veranstaltende Organisation stehe der nationalistischen MAGA-Bewegung rund um die US-Regierung nahe, erklärt dagegen das »What the Fuck«‑Bündnis. Es ist selbst von den jüngsten US-Sanktionen gegen das italienische Techkollektiv Autistici/Inventati, das die digitale Infrastruktur des Bündnisses unterstützt, betroffen. »Das macht deutlich, welche Gefahren von einer Vernetzung zwischen den USA und Deutschland ausgehen«, so Pressesprecherin Ella Nowak. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.09.2026, Seite 15, Feminismus

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