Betelnuss wohl älteste Droge der Welt
Griffith. Nicht etwa Alkohol aus vergorenen Früchten, sondern die Betelnuss ist wohl die älteste Droge der Welt. Während für den gezielten Alkoholkonsum die frühesten archäologischen Spuren etwa 13.000 Jahre alt sind, weisen neue Funde auf der indonesischen Insel Sulawesi auf den Betelnusskonsum vor bereits 25.000 Jahren hin. Ein australisches Archäologenteam hat dort zwei menschliche Skelettreste aus der Steinzeit mit charakteristischen Abnutzungen am Gebiss gefunden; eine Analyse der Zahnsubstanz förderte Spuren von Arecolin, dem psychoaktiven Inhaltsstoff der Betelnüsse, zutage. Wie die Forscher in ihrer Anfang September veröffentlichten Studie darlegen, wurden die Nüsse wohl – entgegen der heute in Südostasien verbreiteten Konsumweise – im ganzen gelutscht. »Obwohl sie in westlichen Gesellschaften kaum bekannt ist, ist sie nach Alkohol, Koffein und Nikotin die vierthäufigste psychoaktive Substanz weltweit«, sagte Teamleiter Adam Brumm von der Griffith University in Australien laut wissenschaft.de (11.9.2026). Die Betelnuss hat eine leicht berauschende und schmerzbetäubende Wirkung. Zugleich hatte das Kauen auf den Samen schwerwiegende Folgen für die Zahngesundheit der Steinzeitmenschen – ein Problem, mit dem auch heutige Konsumenten oft zu kämpfen haben. (jW)
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