6.500 Jahre altes Heiligtum entdeckt
Chleby. In Tschechien sind Archäologen auf ein Heiligtum aus der Steinzeit gestoßen, das rund 6.500 Jahre alt ist und damit sogar etwa 1.000 Jahre älter als das englische Stonehenge. Bei dem Fund in der Gemeinde Chleby handelt es sich um eine Kreisanlage mit einem Durchmesser von 230 Metern, die von einem 2,5 Meter tiefen Graben umschlossen wird. In unregelmäßigen Abständen sind zwölf Eingänge in den Kreis angelegt, ihre Plazierung deutet darauf hin, dass sie eine wichtige Funktion für die Beobachtung von Sonnen- und Mondzyklen spielten. Wie auch in Stonehenge und anderen Steinzeitstätten spielt dabei vor allem der Lichteinfall zur Sommer- bzw. Wintersonnenwende eine zentrale Rolle. An solchen Stätten verbanden sich magisch-religiöse Riten, zeremonielle Feste und astronomische Beobachtungen. In dem Graben fanden die Archäologen auch Stierschädel und -hörner, ein Hinweis auf einen von den bäuerlichen Gemeinschaften praktizierten Stierkult, wie es in einer Pressemitteilung der Westböhmischen Universität in Pilsen vom 18. August heißt. Später veränderte sich die Funktion der Kreisanlage, spätestens in der Eisenzeit traten wohl eine normale Siedlung und Gräber an die Stelle des Heiligtums. (jW)
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