Zum Inhalt der Seite

Nachschlag: Zu Besuch bei den Nazis

→ Campus Talks. Di., 23.15 Uhr, ARD alpha

Foto: Granger/Historical Picture Archive/IMAGO
Auch der US-Historiker und -Bürgerrechtler W. E. B. Du Bois besuchte 1936 Nazideutschland (o. D.)

Ob sein Publikum schon mal »eine Diktatur bereist« habe, fragt Oliver Lubrich von der kleinen Bühne der »Campus Talks« aus. »Vielleicht ein arabisches Land? Möglicherweise China oder Kuba?« Damit leitete er seinen Vortrag über die Reisen von Weltliteraten wie Virginia Woolf oder Samuel Beckett in das von den Nazis kontrollierte Deutschland ein. Auf die Gleichsetzung von Sozialismus, Faschismus und »arabischen Ländern« reagiert niemand hörbar. Der Literaturwissenschaftler berichtete über ein Forschungsprojekt. So verbrachte der afroamerikanische Schriftsteller W. E. B. Du Bois einige Monate im Jahr 1936 in Nazideutschland. Er habe dort keine Diskriminierung gegen sich erfahren, dafür aber beobachten können, wie die jüdische Bevölkerung verfolgt wurde. Literarisch interessant seien auch Berichte wie Meinrad Inglins »Missglückte Reise durch Deutschland«. Lubrich schloss damit, dass man damals bereits hätte wissen können, »wenn man wissen wollte«. (mb)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 19.08.2026, Seite 14, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Pressefreiheit schützen, Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!