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Kriegstüchtig

Deutsche Großmedien und AfD

AfD
Foto: Screenshot Spiegel
Immer schön an der Oberfläche bleiben und am besten noch als Steckbrief mit einem »Wanted« …

Am Donnerstag setzte der gedruckte Spiegel das Porträt des AfD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, auf den Titel: »Der gefährlichste Mann Deutschlands«. Die Autoren ernannten Siegmund zum »Schwalbenführer«, weil er auf einem DDR-Moped im Wahlkampf unterwegs war.

Am Sonntag wiederholte Chefredakteur Dirk Kurbjuweit unter der Überschrift »Warum Ulrich Siegmund auf dem Spiegel-Titel ist« die »Recherche«: »Siegmund gibt sich freundlich, wirkt gewinnend«, aber: »Im Hintergrund lässt er sich von einem Netzwerk rechter Extremisten unterstützen.« Beides zusammen mache ihn »aktuell zum gefährlichsten Mann Deutschlands, aus Sicht liberaler Demokraten«.

Es versteht sich beim kriegstüchtigen Spiegel, dass Ukraine-Krieg, Waffenlieferungen, Aufrüstung, Unterstützung für Gaza- und Iran-Krieg usw. weder in der Titelstory noch in Kurbjuweits Gestammel vorkommen. Wenn die »liberalen Demokraten« das Land unbedingt in einen großen Krieg führen wollen, gibt es gute Gründe, sie für die gefährlichsten Abenteurer zu halten. Die AfD hat sich ihnen stets angeschlossen und durch Alice Weidel fünf Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts für Rüstung und Krieg schon gutgeheißen, als die SPD noch so tat, als wisse sie davon nichts. Zu diesen gefährlichsten Politikern gehören zudem von Weidel bis Annegret Kramp-Karrenbauer, die am 21. Oktober 2021 Russland mit Atomwaffen drohte, im übrigen viele »gefährlichste« Frauen.

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Das alles haben Propagandabeauftragte zu »vergessen«. Der Rest ist PR für die AfD. Siegmund beteuert, er habe für die »sehr gute Werbung« durch den Spiegel nichts bezahlt, und ließ sich beim Signieren des Heftes fotografieren – vor Heftstapeln, die in Sachsen-Anhalt bis dahin in dieser Höhe wahrscheinlich niemand gesehen hat. Am Freitag nahm dem Vernehmen nach der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Sinan Selen, an der Spiegel-Redaktionssitzung teil. Das passt.

Wie auch die Frage von Bild am Sonntag, wer »Angst vor diesem Mann« habe. Antwort des Chefredakteurs in einem Kommentar: Ich nicht. Die Gerüchte, dass Springer-Chef Mathias Döpfner zweimal vom Kanzler einen anderen Umgang mit der AfD verlangte, sind offensichtlich begründet. Einige in den deutschen Milliardärclans sehen Kriegstüchtigkeit und Krieg durch die AfD nicht gefährdet.

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.08.2026, Seite 1, Ansichten

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→ Leserbriefe
  • Roland Weinert aus 65366 Geisenheim 18. Aug. 2026 um 11:15 Uhr
    Und ja, eines muss ich noch loswerden dürfen: Wenn die Sonne der Erkenntnis niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten! (frei nach Karl Kraus). Der Spiegel hat sehr viele Zwerge in seinen LohnschreiberlingenInnenStuben – wie übrigens auch die ÖRR ARD, ZDF und Deutschlandfunk! Glückwunsch dazu von dieser Stelle! Was ist bloß aus den einstigen Flaggschiffen exzellenten Aufklärungsjournalismus geworden? Richtig, gleichgeschaltete Staatsmedien. Armer Rudolf Augstein! By the way: Was kann man noch von einem Blatt erwarten, das über fast eine Woche behauptete, Herr Merz läse im Urlaub die KI-Enzyklopädie des Papstes. Ich schrieb dem Spiegel: »Liebe PropagandalohnschreiberlingInnen in Hamburg, die Head wurde aufgrund meiner E-Mail von gestern korrigiert: Enzyklopädie zu Enzyklika. Schwere Geburt, nicht wahr? Aber leider, leider, finde den Fehler. Tipp: Siehe das rote Wort! 31.07.2026, 09:04 Uhr.« Fraglich ist nur, wann genau der CDU-Chef zum Lesen kommen will. »Das Narrenschiff« hat 750 Seiten, auch die Enzyklopädie des Papstes hat eine dreistellige Seitenzahl. Merz’ Vorgänger Scholz war nicht nur als Klempner, sondern auch als Vielleser bekannt, der beide Bücher sicher schnell erschlossen hätte. Um sich dem anzunähern, braucht Merz womöglich noch ein paar Wochen. Schlussredaktion o. ä. auch hier offensichtlich Fehlanzeige. Sorry, ich unterstelle Absicht, um unseren weltmeisterlichen Kanzler zu desavouieren. »Wegtreten!« – Und ja: Das Narrenschiff passt zum Kanzler. Er ist noch immer der Kapitän desselben. Aber was kann man schon in einer sog. Kulturnation erwarten, ich nenne sie Idiokratie Deutschland, in welcher Allgemeinbildung im Wahnsinnstempo erodiert (da wohl unnötig) und das Lösen von Rechenaufgaben Kleines Einmaleins mit dem Taschenrechner geschieht?
  • Reinhard Hopp aus Berlin 18. Aug. 2026 um 10:51 Uhr
    Kriegstüchtigkeit: Mit der Konjunktion von »Krieg« und »Tüchtigkeit« wird eine im doppelten Sinne perverse Begriffssynthese auf geradezu perfide Weise hergestellt. »Tüchtigkeit« als grundständig positiv konnotierte, da (er)strebende, schaffende Tätigkeit, wird auf ein Feld der totalen Destruktivität gelenkt und ausgedehnt und damit ethisch-moralisch pervertiert und gezielt missbraucht. »Krieg« als Inbegriff des Zerstörerischen hingegen wird durch die Verbindung mit dem Attribut »tüchtig« in obszöner, verwerflicher und alles Leben denunzierender Weise »normalisiert«. Das Ergebnis dieser »Zwangsvereinigung« ist ein appellativer Terminus, dessen »Message« die apodiktische (Auf-)Forderung der Vorbereitung, Bereitschaft und Durchführung zum kollektiven Suizids, d. h. ggf. zur finalen Extinktion der eigenen Gattung oder gar allen Lebens auf diesem Planeten beinhaltet.
  • B.S. aus Ammerland 17. Aug. 2026 um 21:14 Uhr
    Der Spiegel – das Zentralorgan des BND/BfV – macht insgeheim Werbung für die Braunen! Anders kann man diese vom BND betreute Kampagne nicht mehr deuten. Der Spiegel, der zig Millionen Leser/innen seit Jahren verloren hat, dümpelt trotz verkappter Zahlungen eines Bill Gates am Existenzminimum herum. Die Leserschaft reduziert sich auf Oldschool-Sozen, Konvertiten der rechten Szene und Treugläubige der Relotius-Zeiten mit Hoffnung auf Fortsetzung. Oder um es auf den Punkt zu bringen: Mathematisch gesehen strebt der Wahrheitsgehalt des Spiegels gegen null.
  • Martin Mair 17. Aug. 2026 um 15:36 Uhr
    Im Prinzip leider nichts Neues: Siehe »Die Gesellschaft des Spektakels« von Guy Debord … Erschreckend, wie viele da (wieder) mitmachen.
  • Roland Weinert aus 65366 Geisenheim 17. Aug. 2026 um 09:51 Uhr
    »Am Freitag nahm dem Vernehmen nach der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Sinan Selen, an der Spiegel-Redaktionssitzung teil. Das passt.« -- Hochmut kommt auch hier vor dem Fall. Und: Ich wusste gar nicht, dass Der Spiegel ein Mitteilungsorgan des »Bundesamtes für Verfassungsschutz« ist. Gleichviel: Der »Deutsche Michel« kann nicht Demokratie. Dies wird immer deutlicher. Der deutsche Rechtsstaat driftet stark in einen Anarchostaat ab und beweist einmal mehr, dass er (wie auch sog. Bildungs-Eliten) aus seiner Geschichte nichts, aber auch gar nichts gelernt hat. Sämtliche demokratischen Konsense der Vergangenheit ab 1949 werden zerhauen. Das ist für mich sehr bitter und kaum zu glauben.
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