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Meinungsfreiheit

In der Türkei festgenommener Journalist Uludağ vorerst freigelassen

Foto: Annegret Hilse/Reuters
In mehreren Sprachen zu empfangen: Das Logo des Auslands- und Regierungssenders Deutsche Welle (Berlin, 30.1.2020)

Istanbul. Einen Tag nach seiner Festnahme in der Türkei wegen kritischer Kommentare in Onlinediensten ist ein türkischer Journalist der Deutschen Welle Aktivisten zufolge vorerst auf freiem Fuß. Ein Gericht in der Hauptstadt Ankara habe die Freilassung von Alican Uludağ bis zum Prozessbeginn angeordnet, teilte die Menschenrechtsorganisation MLSA am Mittwoch mit.

Uludağ muss sich demnach viermal pro Woche bei der türkischen Polizei melden. Außerdem unterliegt er einem Ausreiseverbot. Der nächste Gerichtstermin in diesem Fall ist für den 18. September angesetzt.

Uludağ war am Dienstag nach eigenen Angaben festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft in Ankara teilte mit, sie habe Ermittlungen wegen Beiträgen im Internet aufgenommen, die zu »öffentlichem Hass und Feindseligkeit« anstachelten und in denen Falschinformationen verbreitet worden seien.

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Der in Ankara ansässige Journalist war bereits im Februar wegen »Beleidigung des Präsidenten« festgenommen worden und hatte anschließend rund 90 Tage im berüchtigten Gefängnis Silivri nahe Istanbul verbracht. Um welche Kommentare es bei den neuen Vorwürfen genau geht, wollte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht sagen. Auf Uludağs Account im Onlinedienst X ist allerdings zu sehen, dass der Journalist zuletzt zahlreiche regierungskritische Beiträge geteilt hatte.

Laut der Deutschen Welle wird gegen Uludağ nun »mit neuen Vorwürfen in einem weiteren Verfahren ermittelt«. Intendantin Barbara Massing nannte die Festnahme »zutiefst besorgniserregend« und erklärte, journalistische Arbeit dürfe nicht kriminalisiert werden. »Wir erwarten, dass seine Rechte uneingeschränkt gewahrt werden, und fordern auch hier ein rechtsstaatliches und faires Verfahren.«

Wie Uludağ sind in den vergangenen Jahren Zehntausende Menschen in der Türkei wegen »Beleidigung des Präsidenten« Recep Tayyip Erdoğan oder ähnlicher Delikte strafrechtlich verfolgt worden – häufig aufgrund von Beiträgen im Internet.

Der Deutschen Welle zufolge ist Uludağ seit mehreren Jahren in der Türkei für den Sender tätig. Als Gerichtsreporter berichtete er demnach über Menschenrechtsverletzungen, Korruptionsfälle und Prozesse und erreicht mit seinen Berichten eine breite Öffentlichkeit. (AFP/jW)

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Erschienen am 23.07.2026, Ausland

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