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Wessen Welt ist die Welt?
Um Konkurrenz zu überwinden, sich zu organisieren und soziale Interessen durchzusetzen: Schärfste Waffe ist die Solidarität
Das Elend der deutschen Gewerkschaften in zwei Sätze gefasst: »Wer versucht, uns gegeneinander auszuspielen, unterschätzt unsere unerschütterliche Kraft der Solidarität«, sagte DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi am 1. Mai 2026. Nur um am vergangenen Donnerstag folgendes zu Protokoll zu geben: »Der DGB [wird] den anstehenden Reformprozess [den Angriff auf die Beschäftigtenrechte durch den Koalitionsausschuss vom 1. Juli, jW] konstruktiv und engagiert weiter begleiten.« Staatstragender kann man die Waffen nicht strecken. Doch es geht auch anders: In der aktuellen Gesellschaftsformation stehen alle Werktätigen zueinander in Konkurrenz, und doch – und gerade deswegen – ist die Solidarität ihre schärfste Waffe im Klassenkampf. Sie ist die Basis für die kollektive Organisierung zur Durchsetzung der klasseneigenen Interessen. Das Programm hierfür ist im Solidaritätslied von Bertolt Brecht klar formuliert: Die Solidarität steht auf einer Stufe mit der materiellen Absicherung, und ein Mangel an ihr fällt auf das Individuum zurück. Dabei hat sich gezeigt, dass Akte der Solidarität meist etwas kosten, einem etwas abverlangen: beim Streikposten zur Unzeit eine Verpflegungsspende vorbeibringen oder auf einem Boot beim Durchbrechen einer Blockade.
Alle Formen der Solidarität sind lebenswichtig für soziale Bewegungen. Mal ist sie Tugend, mal Pflicht, und sei das Unterfangen auch scheinbar hoffnungslos. Das gilt besonders dann, wenn es um Menschenleben geht.
Eine der selbstgesteckten Aufgaben der Tageszeitung junge Welt ist es, diese Beispiele der Solidarität aufzuspüren und darüber zu berichten. Die Solidarität mit Kuba und Palästina stand in den letzten Monaten dabei ganz oben. Der Kampf für einen dauerhaften Frieden in der Welt beschäftigt eine Vielzahl von Akteuren, denen die Redaktion den verdienten Platz einräumen möchte. Die größte Schwierigkeit besteht zumeist darin, die vielen guten Beispiele von überall auf der Welt aufzufinden und sie in Berichten zusammenzuführen.
Das macht jede Menge Arbeit, und die wird bei uns immer noch von Menschen gemacht. Wer die junge Welt produziert und vertreibt, muss in dieser Gesellschaft, die als ungeheure Warenansammlung erscheint, Miete und Lebensmittel zahlen. Am Ende des Tages wird also Geld benötigt und das wird bei der jW hauptsächlich über Abos eingesammelt.
Unser Sommerangebot ist als Einstieg gedacht. Wer vage etwas mit »junge Welt« anfangen kann, weil sie hin und wieder zitiert wird, wer die Zeitung schon mal auf einer Demo in die Hand gedrückt bekommen oder sie in der Kioskauslage gesehen hat, kann mit einem Rabatt von mehr als 50 Prozent die Zeitung für eine begrenzte Zeit kennenlernen. Online erhalten Sie drei Monate lang Zugriff für 30 Euro (womit Sie gegenüber dem Normalpreis 66 Prozent sparen), gedruckt kommen Ihnen mit 80 Ausgaben für 80 Euro in etwa für den gleichen Zeitraum Zeitungen ins Haus. Wir garantieren Ihnen, dass damit die Belieferung endet, es sei denn, Sie entscheiden sich aktiv, die junge Welt weiterhin zu abonnieren.
Sie müssen sich auch nicht sofort entscheiden, wenn bei Ihnen die Fahrt in den wohlverdienten Urlaub Vorrang hat: Noch bis zum 4. September haben Sie Zeit, das Aktionsabo zu bestellen. Wenn für Sie ohnehin eher ein Digitalabo in Frage kommt, dann können Sie bereits im Urlaub mit der Lektüre von junge Welt beginnen. Neben der täglichen Ausgabe, die Sie auf der Website und in der App komplett lesen können, haben Sie mit dem Onlineabo Zugang auf das Archiv seit 1997. Egal wann und wo Sie die junge Welt lesen – mit ihr sind Sie bestens über Bestrebungen hin zu einer solidarischen, antiimperialistischen Welt informiert.
Der Sommer der Solidarität ist jedoch nicht nur ein Etikett, das an der nächsten Werbeaktion hängt: Wir wollen in den nächsten Wochen daran erinnern, wer von Krieg, Hunger, Krankheiten, Blockaden, Umweltzerstörung und sozialer Benachteiligung bedroht ist. Wir werden uns beispielhaft einige Aspekte herausgreifen und darstellen. Außerdem erläutern wir Ihnen in den nächsten Wochen, wie Sie ein Aktionsabo der Tageszeitung junge Welt verschenken und sich für eine Abospende bewerben können. Denn auch das ist Solidarität: die Zeitung, die diese Widersprüche darstellt, zu unterstützen.
Unter jungewelt.de/sommer26 finden Sie alle relevanten Links, ob Sie nun für sich selbst abonnieren wollen, ein Abo verschenken oder sich für ein Freiabo bewerben wollen. Sie können sich auch jederzeit an unser Abotelefon unter 0 30/ 53 63 55-80 wenden.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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